Gemeinschaftsschule und neue Lernkultur - Arbeitskreis Schule und Bildung

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Gemeinschaftsschule und neue Lernkultur

Heike Schmoll von der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» hat am 17. August einen für Baden-Württemberg sehr wichtigen Artikel über die Gemeinschaftsschulen des Landes veröffentlicht. Offenbar liegt ein noch unter Verschluss gehaltenes Gutachten der Universität Tübingen vor, die für die Begleitforschung des Gemeinschaftschul-Projektes zuständig ist. Das Gutachten hat eine der Vorzeige-Gemeinschaftsschulen in Tübingen untersucht und kommt wohl zum Ergebnis, dass die neue Schulart kaum eine ihrer Versprechungen hält. Im Gegenteil, Frau Schmoll spricht von einem «vernichtenden Urteil» über diese neue Schulart. Das betrifft insbesondere auch das sogenannte individuelle Lernen. Es habe sich, so referiert Frau Schmoll das Gutachten, «als denkbar ineffektiv erwiesen.» 

Lesen Sie dazu auch das Interview mit dem Bildungsforscher Matthias Burchardt aus den Stuttgarter Nachrichten. Er hält das Projekt Gemeinschaftsschule für gescheitert 
und warnt die Eltern.  

,Drei Interviews zu den Grundlagen der Pädagogik und zur aktuellen Bildungspolitik
Die Zeitschrift Ökologie/Politik hat in ihren letzten beiden Ausgaben drei interessante Interviews veröffentlicht. In zwei Interviews nimmt Prof. Dr. Jochen Krautz, Ausbilder von Kunstpädagogen an der Universität Wuppertal, zu grundlegenden Fragen der Pädagogik und Bildungspolitik Stellung. Dr. Elke Möller-Nehring, Kinder- und Jugendpsychiaterin aus Erlangen und Mitbegründerin der Initiative «Eltern für eine gute Bildung», geht auf Lehrplanänderungen in Bayern und die damit verbundenen pädagogischen Fragen ein.


Prof. Dr. Jochen Krautz: "Eine unheilige Allianz". Neoliberalismus und Reformpädagogik
Moderne Methoden können die Substanz des Schulunterrichts untergraben. Sie kommen und gehen. Der Sinn von Schule bleibt derselbe. Ein Erfahrungsbericht.

Lassen Sie sich nicht täuschen!
Ein Brief des «Arbeitskreises Schule und Bildung in Baden-Württemberg» an die Teilnehmer einer Veranstaltung mit dem Kultusminister des Landes in Tuttlingen kritisiert fragwürdige Entwicklungen der Bildungspolitik des Landes, insbesondere die von oben geplanten Veränderungen der Realschulen und die «neue Lernkultur», mit der die Methoden der Gemeinschaftsschulen in allen Schularten eingeführt werden sollen.
 

Die «Weiterentwicklung der Realschulen» ist nicht geplant, um die Realschulen weiterzuentwickeln, sondern um einen «Konkurrenten» der Gemeinschaftsschulen zu schwächen.

von Karl-Jürgen Müller
Am 13. März 2016 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Rund vier Monate vor diesen Wahlen haben alle Oppositionsparteien, die Aussicht auf einen Einzug in den neuen Landtag haben, ihre Wahlprogramme verabschiedet. Was auffällt: Diese drei Parteien – es sind die CDU (laut INSA-Umfrage vom 9. Oktober 2015 würde sie derzeit 40% der Stimmen erzielen), die FDP (5% der Stimmen) und die Alternative für Deutschland (AfD) (8% der Stimmen) – einigt eine deutliche Kritik an der grün-roten Bildungspolitik der vergangenen viereinhalb Jahre. mehr


Ein Gespräch mit Müttern von Schülern in einer GMS-Primarstufe. Die Eltern kritisieren das falsche Konzept und beklagen, dass ihre Kinder Versuchskaninchen geworden sind.
Lesen Sie zum Interview auch den Kommentar von Rainer Werner:
Individualisiertes Lernen – Anspruch und Wirklichkeit
Rainer Werner, Lehrer, Buchautor und pädagogischer Berater aus Berlin, hat mit einem lesenswerten Kommentar auf das Interview mit vier Müttern von Kindern einer Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg reagiert. Er ordnet die Schilderungen der Mütter in allgemeine pädagogische Überlegungen ein.

Süddeutsche Realschulen kämpfen entschlossen für ihre Existenz

Der Süddeutsche Realschultag hat uns 3 Dokumente zur Verfügung gestellt, um diese auch in unserem Nutzerkreis bekannt zu machen. Wir tun dies sehr gerne. Mit dem Ulmer Realschultag haben die Realschullehrer aus Baden-Württemberg und Bayern ein Zeichen gegen alle Versuche gesetzt, die Realschulen aus der Schullandschaft zu verdrängen oder aber bei Beibehaltung des Namens so zu schwächen, dass diese bewährte Schulart ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen kann. Im Hinblick auf die Pläne der Landesregierung von Baden-Württemberg, aus den Realschulen des Landes «Gemeinschaftsschulen light» zu machen, sind diese drei Dokumente von besonderer Aktualität.

Gesetzentwurf zur „Weiterentwicklung“ der Realschulen führt Gemeinschaftsschule durch die Hintertür ein – FDP-Fraktion befürwortet bessere Ausstattung der Realschulen, lehnt aber die Einschränkung ihrer pädagogischen Freiheit ab.

Grundlagen der Medienbildung
Kritische Betrachtungen zur Leitperspektive «Medienbildung» in der Bildungsplanreform Baden-Württemberg
«Medienbildung» ist eine der «Leitperspektiven» der geplanten neuen Bildungspläne für die allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg. Bei genauerer Betrachtung der Formulierungen aus dem Papier des Kultusministeriums fällt allerdings auf, dass diese in ihrer Analyse und in ihren Zielsetzungen kaum über Schlagworte mit positiver Konnotation hinauskommen und die Tür zu alles und jedem öffnen können, praktisch wohl zu einer eher unkritischen Anpassung an die von den Medienmachern gewollten Strukturen der Mediennutzung führen soll. Dies ist nicht nur in Baden-Württemberg so, sondern auch in unserem Nachbarland Schweiz und mit dessen Plänen für einen neuen Lehrplan in den deutschsprachigen Kantonen, den «Lehrplan21».
Die kritische Befassung mit dem für die Schweiz Geplanten und die Erinnerung an grundlegende Erkenntnisse über die kindliche Entwicklung sind deshalb sehr gut auf die Verhältnisse in Baden-Württemberg übertragbar.
Wir danken der Schweizer Wochenzeitung «Zeit-Fragen» deshalb dafür, dass wir die 3 folgenden Texte für die Nutzer unserer Internetseite übernehmen durften, und empfehlen diese sehr zur Lektüre.

Soll sich das Gymnasium zu einer höheren Gemeinschaftsschule entwickeln? Einblicke in die schöne neue Lernwelt der Reformwütigen.
Artikel aus der FAZ vom 23.4.2015. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Gemeinschaftsschule kein Erfolgsmodell - Pressemitteilung der CDU
Die folgende aktuelle Pressemitteilung der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, mit welcher der bildungspolitische Sprecher der Fraktion auf die Interpretation des Kultusministers reagiert hat, es gebe auch im kommenden Schuljahr einen weiteren erfolgreichen Ausbau der Gemeinschaftsschulen im Land, zeigt erneut, dass die landesweite Kritik am Projekt Gemeinschaftsschule nicht nachlässt. Ähnlich wie viele Lehrer, Betriebe vor Ort, Eltern und viele andere Bürgerinnen und Bürger kritisiert auch die CDU, dass es sich bei der Gemeinschaftsschule um eine Mogelpackung handelt.

Rainer Werner: Kompetenzorientierung am Pranger
Der Autor beschreibt, welchen Schaden die Kompetenzorientierung mittlerweile an den Schulen angerichtet hat.

Renate Caesar: Die heimliche Privatisierung des Bildungswesens
Die Frage nach den Hintergründen der gegenwärtigen europaweiten, quasi über die Grenzen gleichgeschalteten Veränderungen in den Schulsystemen wartet auf eine Antwort. Eine Richtung der Analyse geht dahin, dass unsere Schulen im Inneren und dann auch in der Verfügung über sie nach Vorstellungen und zum Vorteil der Privatwirtschaft gestaltet und dann auch privatisiert werden sollen. Dabei verliert die Orientierung am Gemeinwohl zunehmend an Bedeutung. Effizienz und Gewinn werden wichtiger als die Ziele von Erziehung und Bildung in den Verfassungen und Schulgesetzen. Der Beitrag von Renate Caesar aus der Schweizer Wochenzeitung Zeit-Fragen geht dieser Frage gründlich nach und referiert dabei die Ergebnisse einer wichtigen US-amerikanischen Untersuchung.

Hans Schmid: Die Rede vom selbstgesteuerten Lernen - eine kritische Betrachtung
Bildung und Schule haben die Aufgabe zu selbständigem Denken und Handeln, zur Autonomie des Subjekts hinzuführen. Die Rede vom ‚selbstgesteuerten Lernen‘ nimmt jedoch dieses Ziel und macht es zur Voraussetzung des Lernens, mit weitreichenden Folgen. 

Karl-Heinz Dammer: Mythos neue Lernkultur
Der folgende umfangreiche wissenschaftliche Artikel des Heidelberger Professors für Allgemeine Pädagogik zum Thema «Neue Lernkultur» beleuchtet die wesentlichen Elemente dessen, was seit ein paar Jahren als «Innere Schulreform» in allen Schularten Baden-Württembergs Einzug hält – radikal in den sogenannten Gemeinschaftsschulen –, analysiert deren reformpädagogischen Versatzstücke als Mythen und erkennt hinter der «Neuen Lernkultur» den Versuch eines totalitären Zugriffs auf Kinder und Jugendliche im Dienste eines sozialdarwinistischen («neoliberalen») Wirtschaftsmodells.
Vollständiger Artikel 

Pressemitteilung des Deutschen Industrie- und Handelstages:  Die Lage auf  dem Ausbildungsmarkt spitzt sich zu
Der DIHK-Umfrage zufolge ist für die Unternehmen nach wie vor die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger das Ausbildungshemmnis Nummer eins. 

Offener Brief an die OECD zu den PISA-Tests
Die Unterzeichner sind tief besorgt über die negativen Folgen der PISA­-Rankings.  Durch den von PISA stimulierten internationalen Wettlauf um Testergebnisse hat die OECD die Macht erhalten, weltweit Bildungspolitik zu bestimmen, ohne jede Debatte über die Notwendigkeit oder Begrenztheit der OECD­-Ziele. Durch das Messen einer großen Vielfalt von Bildungstraditionen und ­-kulturen mit einem engen und einseitigen Maßstab kann am Ende unseren Schulen und unseren Schülern irreparabler Schaden zugefügt werden. 

Mülheimer Aufruf
Gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen Krautz (Bergische Universität Wuppertal) und Dr. Matthias Burchardt (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg) hat lehrer nrw die „Initiative für pädagogische Freiheit und Verantwortung“ ins Leben gerufen. Auf dem Mülheimer Kongress am 13./14. November wurde eine Resolution – der "Mülheimer Aufruf" verabschiedet. Die ersten Reaktionen zeigen, dass die Aktion einen Nerv getroffen hat: Noch in Mülheim traten der Deutsche Lehrerverband und der Verband Deutscher Realschullehrer der Initiative bei. Zahlreiche Besucher bekundeten durch ihre Unterschrift ihre Unterstützung.
 
 
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